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Archive for Juni 2013

Wenn die Chinesen schon so gute Arbeit leisten, Hainan zu modernisieren und zu einer kompletten Touristenattraktion zu machen, wollen wir natürlich auch noch mehr von unserer Insel sehen. Deswegen waren wir diese Woche mit dem Zug in Richtung Osten unterwegs die Küste entlang und sind nach Wanning gefahren, etwa eine Stunde von Sanya entfernt mit 500.000 Einwohnern. Zugfahren fühlt sich hier in etwa so an wie fliegen: Beim Ticketkauf braucht man seinen Pass, in den Bahnhof kommt man nur nach Sicherheitskontrolle, inkl. Durchleuchtung des Gepäcks und auf das Gleis geht es nur mit Fahrkarte. In Wanning angekommen sind wir dann mit dem Tuktuk weiter nach Dong Shan Ling gefahren, einem kleinen Park mit buddhistischer Tradition. Klassisch Chinesisch ging es den „Berg“ (der höchste Punkt liegt auf 184m) per Treppenstufen rauf. Allerdings mit wunderschöner Aussicht auf die Stadt und die Reisfelder in der Umgebung. In dem Park liegen auch zwei Tempel, die zwar teilweise rekonstruiert, aber nicht nur als Sehenswürdigkeit gebaut worden sind. Eine kleine Quelle bei einem der Tempel soll jedem Besucher Glück bringen, der aus ihr trinkt. Das war eher nicht so meins und die Chinesen haben auch schon mit dieser Tradition gebrochen aus hygienischen Gründen und waschen sich stattdessen Hände und Füße damit. Es heißt man wäre nicht in Dong Shan gewesen, wenn man nicht die Hände einmal in die „Drachen-Quelle“ gehalten hat. Hab ich gemacht. Nils nicht – offiziell war er also nie da.

Danach haben wir uns ein Tuktuk gesucht und sind weiter zu einer kleinen Pagode (Qing Yun) gefahren. Ein paar Kilometer vor der Stadt liegt ein 7-stöckiger Turm mitten in Feldern auf einem kleinen Hügel. Der Turm ist eines der wenigen historischen Gebäude hier in der Gegend, die nicht bei der japanischen Besetzung zerstört worden sind. Da man aber keinen Eintritt zahlen muss und sich auch keine Marketingstrategie mit einer romantischen Heldengeschichte ausgedacht wurde, waren wir allein dort. Der Tuktuk Fahrer war zuerst ein wenig verwirrt, ob wir wirklich zu diesem Turm wollen. Dann hat er gefragt, ob er für einen kleinen Aufpreis auf uns warten soll an der Strasse, weil wir hier Probleme haben werden ein anderes Transportmittel zu finden und wir haben uns geeinigt. Als wir gerade losgehen wollten, ist er uns nachgekommen, hat uns den Weg zwischen den Feldern zum Turm gezeigt und hat uns stolz die Geschichte des Turms und des angrenzenden Friedhofs erzählt, der perfekte Reiseleiter. Danach hat er uns zurück in die Stadt gefahren und uns netterweise noch ein kleines Restaurant gesucht. Wunderbares Hainan.

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Hier sind für 4 Tage Ferien – Drachenbootfest. Wenn wir schon auf Feiertage wie Weihnachten und Himmelfahrt verzichten, haben wir dafür tolle andere Feste und fast genauso wie viel frei wie in Deutschland. Traditionell isst man Zongzi. Das ist Klebereis mit Füllung, entweder süß oder herzhaft, in Bambusblättern eingewickelt gegart. Ein klein wenig hat der Snack die Bedeutung verloren, da er auch für’s Frühstück jeden Tag an jeder Ecke verkauft wird. Aber trotzdem gab es bei uns in der Firma für jeden Mitarbeiter zwei Stück spendiert.
Wir haben uns einen Ausflug gegönnt und sind mit einem 5m Katamaran ein Stück rausgesegelt. Der Start war in einer kleinen Bucht hier in der Nähe. Dort stehen noch kleine Häuschen von Hainanesen direkt am Strand und der Lebensstil ist ziemlich einfach. Wenn man aber dann eine Strasse weiter nach hinten schaut, sieht man schon die Luxushochhäuser immer näher kommen. An fast jedem der kleinen Häuser ist ein Datum aufgesprüht zu dem es geräumt werden muss und nach und nach wird das Dorf abgerissen, um ein weiteres Luxusviertel bauen zu können. Die wunderschöne Stadt mit dem ganzen Luxus und den Möglichkeiten hat leider auch ihre Schattenseiten manchmal.
Das Beste an der Bucht ist, dass sie (noch) so abgeschieden liegt und kaum Leute am Strand oder im Wasser sind, ausser ein paar spielenden Kindern und ein paar alten Fischern mit ihren kleinen Booten. Direkt daneben liegt zwar der neugebaute Yachthafen, allerdings kommen noch kaum Touristen dorthin. So konnten wir mit einer Italienerin und ihrem chinesischen Freund, denen das Boot gehört, ganz entspannt rausfahren. Zum Glück für mich, war der Wind ziemlich ruhig und dementsprechend gab es selbst ein Stück weiter draussen kaum hohe Wellen und wir konnten uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. An zwei Stellen haben wir angehalten, das Boot festgemacht und sind Schnorcheln gegangen. Wunderschön. Unberührte Korallenriffe, Fischschwärme und so viele bunte Pflanzen, dass man gar nicht wieder ins Boot wollte. Der Chinese hat uns unglaublich viel gezeigt, einen Seeigel hochgehoben, damit wir ihn genau anschauen können, uns zu einer Anemone geführt (nein, leider kein Nemo in Sicht) und eine riesige Qualle mit ungefähr einem Meter Durchmesser geärgert.
Als wir nach 3,5 Stunden wieder da waren, gab es noch lecker frische Mango und Kokosnuss direkt am Strand. Toller Tag, den wir garantiert noch einmal wiederholen werden.
Wir waren vor ein paar Wochen schon einmal Tauchen – wenn auch nicht ganz geplant. Ich hatte Nils zu Weihnachten Schnorcheln geschenkt und dann waren wir dort, haben brav bezahlt bei einer Agentur, haben unsere Utensilien abgeholt und sind los. Es war schon etwas verwunderlich, dass wir einen Neoprenanzug anziehen sollten und mit einem Boot ungefähr 10 Minuten vor die Küste gefahren sind, aber in China schockt einen so schnell nichts mehr. Und dann kamen wir an einem kleinen Riff an und kriegen eine Einweisung ins Tauchen mit Sauerstoffflaschen. Haben dann erklärt, dass wir nur schnorcheln wollen (und abgesehen davon auch nur schnorcheln bezahlt haben). Nach einem Blick auf unsere Quittung war dann klar, dass uns einfach das falsche Armband gegeben wurde und wir so in die Tauchgruppe gekommen sind. Dann wurde gesagt „naja, jetzt wo ihr schon mal hier seid“ und so kamen wir zu einem sehr günstigen Taucherlebnis 
Und dafür, dass wir unseren Urlaub so geniessen können, bedanken wir uns an dieser Stelle auch nochmal bei meinem Papa und seinen Helfern, dass sie so nett unsere Sachen vor den eventuellen Überflutungen in Sicherheit gebracht haben!

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