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Archive for Mai 2013

Nach einem – mal wieder – entspannt am Strand verbrachten Tag haben wir uns doch noch aufraffen können ein bisschen spazieren zu gehen und sind in der Nachbarbucht an der Steilküste entlang gegangen. Hier ist ein Touristenort und wenn Touristenorte in China eines brauchen dann unendlich viele Treppenstufen zu allem, was auch nur annähernd einer Attraktion gleichen könnte. So konnten wir die Aussicht, die Meeresbrise und das Rauschen der Wellen in den Höhlen unter uns geniessen und mussten nicht waghalsig auf irgendwelchen Klippen rumklettern. Da die Touristensaison vorbei ist und es keinen Eintritt kostet und es auch keine Touren mit Anführern, die mit kleinen Fähnchen winken und Busparkplätze gibt, war es unglaublich ruhig und wunderschön.

Danach haben wir es getan und sind zum allerersten mal bei unserem neuen Starbucks gewesen. Gut, nicht überraschend, aber lecker (und das ist bei Kaffee in China bei weitem nicht immer so!). Wir sind jetzt also keine kaffeelose Provinzstadt mehr!

Hier ist der Sommer angekommen und selbst nachts gehen die Temperaturen nur knapp unter 30 Grad. Das bedeutet die Festlandchinesen ziehen sich wieder zurück und lassen ihre Wohnungen hier bis zum Winter ungenutzt. Für uns bedeutet das, dass der Pool exklusiv uns gehört die meiste Zeit, dass Taxen einen wieder anhupen, weil sie verzweifelt nach Fahrgästen suchen, dass man in Bussen auch mit Schuhgröße 39 noch Platz für seine Füße findet und das Leben allgemein wieder extrem viel langsamer und inseliger geworden ist. Bis im Spätsommer die Taifun-Saison beginnt, leben wir hier also in friedlicher Glückseligkeit und geniessen unsere Ruhe und das Wetter. Und solange unsere Waschmaschine nicht kaputt geht und dafür sorgt, dass man sich drei mal am Tag umziehen kann, sind wir hier wunschlos glücklich.

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Essen-Essen-Essen

Da wir ja ehrlich und ungeschönt über alles erzählen wollen, was wir hier so machen, sind wir unserer Hauptbeschäftigung so langsam mal einen eigenen Eintrag schuldig:

Wir essen. Oft, viel und leidenschaftlich.

Es gibt nichts besseres als nach einem langen Arbeitstag zur Jiaozi-Frau um die Ecke zu gehen und sich für 3 Euro für zwei Personen mit handgemachten Teigtaschen vollzufuttern. Dass es in China nur gebratenen Reis und Peking-Ente gibt, sollte sich langsam als Klischee herumgesprochen haben, jede Region hat ihre eigene Küche. Hier unsere liebsten:

Guangdong = Knoblauch, eingelegt in Knoblauch, mit frischem Knoblauch als Beilage.

Sichuan = scharf (Hainanesen können mit dieser Küche meistens nichts anfangen und Bedienungen fragen auch gern drei mal, ob wir uns auch wirklich sicher sind, wenn wir etwas bestellen wollen, bei dem „scharf“ in der Karte steht)

Dongbei = Jiaozi, Teigtaschen wahlweise gebraten, gedämpft oder in der Suppe serviert, mit unterschiedlichen Füllungen.

Hui (keine Region, aber der Name der Menschen, die muslimisch sind und meistens aus dem Nordwesten kommen) = handgemachte frische Nudeln in jeder Form

Tatsächlich mögen wir die Hainanesische Küche nicht ganz so gerne, Klassiker sind stundenlang gegartes Hühnchen oder Kokosnussreis. Ich liebe aber die Nudelsuppe zum Frühstück mit speziellen, dicken, Reisnudeln… Nils mag das nicht, weil sein Todfeind Koriander drin ist im Normalfall.

Eine andere Besonderheit ist der „Hot Pot“, Fondue auf chinesisch. Man bekommt einen Topf mit wahlweise scharfer oder mild gewürzter Brühe drin und bestellt sich die rohen Zutaten dazu, um die dann selber zu garen. Dazu mixt man sich im meistens eine eigene Soße aus Zutaten wie Sojasoße, Essig, Chili, Öl, Erdnusssoße, Knoblauch, Koriander, etc.

Hier gibt es unzählige Restaurants in jeder erdenklichen Preisklasse, dazu kommen kleine Imbisse, feste BBQ Stände, die jeden Abend aufmachen und kleine Garküchen, die abends zu bestimmten Strassen in der Stadt geschoben werden und dort andauernd dazu verführen, niemals ohne einen Snack in der Hand irgendwo unterwegs zu sein. Tatsächlich liebe ich kochen noch genau wie vorher, aber jeden Tag der Woche die Möglichkeit in ein anderes Restaurant gehen zu können, ist schon wirklich Luxus und niemand kocht Chinesische Küche so unglaublich lecker, wie die Chinesen selbst.

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