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Archive for Oktober 2012

Unser erster Taifun

Am Anfang dachte man noch „nicht schon wieder ein Tropensturm, Regen passt hier nicht her.“ Hätten wir geahnt, was dann kommt, wäre ein Tropensturm ein Sonntagsspaziergang gewesen.

Letztes Wochenende ist der Taifun Son-Tinh bei uns vorbei gezogen. Bis morgens war es noch gar nicht klar, dass es ein Taifun werden wird. Dann wurde er hochgestuft… Strom bei der Arbeit weg, das Büro taifunsicher machen und ab nach Hause. Frühes Wochenende – was kann es schöneres geben. Und auch hier: Hätten wir geahnt, was dann kommt, wäre Arbeiten eine wundervolle Beschäftigung gewesen. Also ab nach Hause und sich schon am Bahnhof wundern, dass die Anzeigetafeln alle zerbrechen und rumfliegen, hat uns aber generell noch nicht aus unserer Wochenend-Stimmung gerissen. Auch der verwüstete Garten war noch nicht genug, um uns die Laune zu verderben. Der Hund musste schließlich auch nochmal raus. Haha, ein bisschen Wind, ein bisschen Regen  – Taifune sind ja nur halb so wild. Dachten wir. Gut, dass es Internet gibt und man dort finden konnte, dass das noch lange nicht alles war, sondern erst die Vorboten. Also Martini auf und ab ins Bett. Dumm nur, dass zuerst unsere Waschmaschine auf dem Balkon nicht standhalten konnte. Dumm auch, dass kurze Zeit später durch den waagrechten Regen unser Balkon und dann unser Wohnzimmer unter Wasser stand. Nicht mehr so dumm, als wir dann erfahren haben, dass andere Teile der Stadt bis zu 30 Stunden keinen Strom hatten. So haben wir wenigstens gelernt, wie man einen Balkon sturmsicher macht (wer soll denn ahnen, wie schnell Stühle fliegen können) und wie gut ein Nickerchen tut, wenn man draußen einen Taifun ignorieren will.

Ein bisschen Abenteuer hat noch niemandem geschadet.

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Wuzhi Shan

Anfang Oktober waren eine Woche Ferien in ganz China. In der „Golden Week“ wurde die Republik ausgerufen und das wird mit jeder Menge Fahnen und Nationalstolz gefeiert. Zusätzlich gibt es wie in fast ganz Asien den Feiertag „Mid-Autumn Festival“, zu dem es traditionell ein Familienfest mit einem speziellen Kuchen am Abend gibt. Nun, da wir unsere Familie ja leider nicht hier haben, haben wir das Kuchenessen ausfallen lassen. Wir haben zwar auch unseren Mondkuchen geschenkt bekommen, waren aber an dem Abend nicht in der Stadt und konnten deshalb nicht an den Strand und den Kuchen gemeinsam mit gefühlt 100 Millionen Chinesen genießen. Wir hatten beschlossen, uns einen Kurzurlaub zu gönnen. Klingt komisch, wenn man in einer Tropenstadt wohnt, die mit dem Slogan wirbt Sanya – Forever Tropical Paradise und man jeden Tag überall die Touristen sieht, die extra zum Urlaub machen in unser Zuhause kommen. Aber wir wollen ja was erleben und haben uns deswegen auf den Weg gemacht ins Innere der Insel, zum Wahrzeichen und höchsten Berg von Hainan: Wuzhi Shan (5-Finger-Berg). Schon allein die Busfahrten waren die Reise wert. Ein Ticket zu bekommen war mehr Glück als alles andere, wenn ich sage, dass ganz China frei hat, dann meine ich das wörtlich. Und Familienfeste sind hier kein Spaß, da wird zu den Eltern gefahren, ob man nun zwei Tage dafür reist oder papperlapapp. Aber – und an dieser Stelle muss ich zugeben, gerne auch hin und wieder mein ausländisches Aussehen zu nutzen –der nette Beamte, der für Ordnung bei den Ticketschaltern sorgen sollte, hat mich kurzer Hand hinter sich hergeschliffen und mich an der Schlange vorbei bugsiert. Und da hatten wir unsere Tickets für den übernächsten Bus. Das Gleiche ist dann übrigens bei der Rückfahrt auch wieder passiert. Ich sehe das quasi als Entschädigung für das niemals enden wollende ange’hello’e. Wir mussten dann erst mal zwei Stunden fahren und dann umsteigen, immer in Kurven um alle Berge und Hügel herum. Stewie (er war selbstverständlich mit dabei), fand es super und hat die ganze Zeit aus dem Fenster geguckt. Bei der zweiten Fahrt konnte man schon die wunderschönen Berge bewundern. Am nächsten Morgen haben wir uns dann auf den Weg in den Nationalpark gemacht. Der Berg hat seinen Namen von seinen fünf Bergspitzen, von denen aber nur zwei ohne weiteres zu besteigen sind. Es war weniger eine Wanderung, als Treppensteigen und am Ende schon eher Klettern zwischen Wurzeln und Felsen. Und ja… ich war es, die aufgegeben hat, weil sie das Gefühl nicht losgeworden ist, nicht wieder unten anzukommen mit jedem Schritt weiter hoch. Auch wenn es etwas beschämend war, die chinesischen Kinder haben es nämlich in Sandalen locker an mir vorbei geschafft, ebenso wie die etwa 70 Jährigen und die Männergruppe in Hawaihemden, Flip Flops and mit Zigarette im Mund. Die etwa 2000-3000 Treppenstufen hat man übrigens noch Tage später gespürt, aber für die Aussicht ins Tal hat sichs gelohnt. Anschließend sind wir dann doch noch einen kleinen Wanderpfad lang gegangen mit vielen kleinen und einem größeren Wasserfall. Natürlich mussten wir auch Fotos machen beim letzten, größten Wasserfall. Überall waren Kinder und alte Frauen, die auf den rutschigen Steinen geklettert sind. Komischerweise musste aber erst eine Langnase kommen, die sich dann zur Belustigung aller anwesenden Chinesen ziemlich dämlich angestellt und ein kurzes Bad genommen hat. Ich fands auch witzig. Nils nicht so. Das war unser Urlaub… aufregend, anstrengend, wunderbar.

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Sanya von oben

Nach langer Zeit endlich mal wieder etwas Neues von uns. Wir hatten National Holidays in China für eine Woche und waren zu viel unterwegs – und außerdem zu faul – um uns um unseren Blog zu kümmern. Aber davon kommt die nächsten Tage noch ein Artikel.

Erst mal ein paar Bilder, wie „unsere Stadt“ (Entschuldigung, liebes Hannover, im Moment musst du leider unser Herz teilen) von oben aussieht. Wir waren im Zurückschauenden-Reh-Bergspitze-Park. Ja, der heißt wirklich so. Hier kann es keinen Park und keine Sehenswürdigkeit geben, hinter der nicht eine unfassbar romantische Liebesgeschichte von vor ewig vielen Jahren steckt. Meistens wurde jemand verflucht und trifft dann die Liebe seines Lebens und so weiter und so weiter und so weiter… auf jeden Fall ist die Hauptattraktion eigentlich eine riesige Statue eines Rehs, das sich umdreht und seine Traumfrau erblickt. Für uns war aber die Aussicht mit Abstand die beste Attraktion in dem Park. Wunderschönen Blick auf die Bucht, in der Sanya liegt und alle Nachbarbuchten. Und weil Hunde hier überall erlaubt sind, durfte auch Stewie sich sein neues Zuhause mal von oben ansehen.

Und damit wir ein paar touristische Dinge mehr tun, haben wir uns dann oben auf dem Hügel noch eine Kokusnuss zum Trinken gegönnt.

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